Grundlegendes

Der Umgang mit Orchideen erfordert ein Umdenken in mehreren Richtungen

Wer sich mit Orchideen beschäftigt ist gut beraten, alles was er über die Pflege von Pflanzen gleich welcher Art zu wissen glaubt in Frage zu stellen. Auch alle handelsüblichen Pflegeanleitungen sind mit Vorsicht zu genießen, denn im Hintergrund steht in den meisten Fällen immer eine Verkaufsstrategie. Der Normalverbraucher will keine komplizierten Anleitungen, sondern klare Aussagen. Ihm kann ich auch nicht erklären was eine gesunde Lebensweise ist. Er kennt nur eines. Essen oder nicht Essen. Zu viel Essen führt zum dick werden. Zu wenig Essen führt zur Magersucht. Und wenn etwas gar nicht mehr funktioniert, dann gehen wir zum Arzt. Wie heißt es doch so schön? Der Doktor wird´s schon richten. Bei Pflanzen im Haus funktioniert diese menschliche Denkungsweise genauso. Wir kennen nur Extreme. Entweder gießen oder nicht gießen. Und wenn auf dem Schild steht: „täglich gießen“, dann müssen wir auch täglich gießen; bis zum Ertrinken versteht sich. Wenn aber auf dem Schild steht: „Erst gießen, wenn Erde ausgetrocknet“, können sie sicher sein, dass die Pflanze zu Trockenblume wird. So einfach ist das.

Nun bei Orchideen funktioniert das so nicht. Viele Orchideen benötigen eine oft lange Trockenperiode. In dieser Zeit können sie ohne weiteres den Eindruck einer etwas dürren Pflanze vermitteln. Doch ein einziges Gießen in dieser Trockenzeit, verhindert, dass die Orchidee Blüht, und sie wird aus Dankbarkeit sofort wieder zu treiben beginnen. Wer aber angesichts des Neutriebes diesen Prozess aufhalten möchte, und mit dem Gießen sofort wieder aufhört, bevor der Trieb ausgereift ist, riskiert Kümmerwuchs. Die Pflanze stirbt nicht aber sie verjüngt sich, und damit blüht sie unter Umständen so lange nicht, bis sie wieder einen Blühfähigen Trieb hervorbringt. Dies kann unter Umständen mehrere Jahre dauern. Nachdem Orchideen ohne Blüte kaum attraktiv sind, werden sie dann in den meisten Fällen dem Müll übergeben.