Orchideen aus dem Supermarkt

Der Trend Orchideen im Supermarkt zu kaufen ist weit verbreitet. Dort sind sie billiger und für ein Geschenk oder einmalige Freude an der Blüte reicht diese Pflanze allemal.  Der Käufer muss sich jedoch darüber im Klaren sein, dass diese billigen Orchideen quasi Überbleibsel aus mehr oder weniger misslungener Züchtungen darstellen. Die Mehrheit von ihnen ist namenlos. Es sind also Hybriden die schnell zur Blüte gebracht werden um dann ebenso schnell verkauft zu werden. Viele dieser in Treibhäusern gezogenen Orchideen werden schon  bei der Lieferung der prallen Sonne ausgesetzt, im Winter auch bei Frost in ungeheizten Transportmitteln durch die Länder gekarrt. Vom Gießen mit kalkfreiem Regenwasser ist hier gar keine Rede.

Der Kauf solcher Pflanzen ist eine ethische Frage und für den wirklichen Orchideen-liebhaber gar kein Thema. Um eine solche Pflanze erfolgreich weiter zu pflegen muss sie auf alle Fälle nach der Blüte umgetopft werden. Geschieht das nicht, verjüngt sich die Pflanze. Sie kann durchaus wieder blühen. Aber die Blüte ist wie wir so schön sagen mickrig. Orchideen sterben außerdem sehr langsam. Beim Umtopfen muss der gesamte Wurzelballen vom Substrat vorsichtig befreit werden, denn die Pflanze wurde bei sehr hohen Temperaturen aufgezogen, damit sie schneller wachsen und diese hohen Temperaturen ermöglichen auch bei Baumbewohnern ein ständig feuchtes Substrat. In der Regel besteht dieses aus Sphagnum mit Rindenstücken. Auch Schaumstoff und alte zerkleinerte Teppichstücke befinden sich darin. Werden die Wurzeln von diesem nicht restlos befreit, führt die Dauerfeuchte im trauten Heim bei Wohnraumtemperaturen zur Fäulnis der Wurzeln. Dies bedeutet noch immer nicht den Tod der Pflanze. Orchideen sind hart im Nehmen. Aber spätestens wenn die Blätter runzelig werden oder schlaff herunterhängen wir dieses Bild vom Liebhaber falsch gedeutet. Denn dann wir zunächst fest gegossen und damit ist die Pflanze am Ende.